provisorium?

Leider bin ich kein Freund von Funkmaus und Funktastatur. Dieser Umstand bereitet mir bei der Nutzung der Tischbahn einige Schwierigkeiten. Denn für die berühmten „nur mal kurz“-Aktionen am Computer muss auch während des Bahnbetriebes der PC nutzbar sein. Das bedeutet, dass die Kabel von Maus und Tastatur quer auf dem Gleisbett liegen. Öfters wurden diese daher bereits überfahren oder „angekuppelt“. Gestern habe ich kurzerhand eine „Überführung“ für die Kabel gebastelt. Nicht schön, aber zweckmäßig – und vom Vorbild kennt man ähnliche Lösungen durchaus von Baustellen. Ok, die Begründung ist schwach, aber so kann ich zwischen dem Tippen des Blogeintrages ein bisschen hin und her rangieren. Auch schön.

Kabelgestell

Desweiteren konnte ich gestern die letzten Träufelarbeiten für den Gleisschotter abschließen. Nun werde ich lediglich nochmal für die Bereiche der Weichenantriebe „Mischung machen müssen“, wenn endlich alle Zusatzschalter angeschafft und installiert sind. Im Zuge der letzten Träufeleien habe ich mich auch ein wenig über die normale Schottergestaltung hinaus mit dem Landschaftsbau befasst: einige Grünplanzen (..ok, das war jetzt keine Herausforderung…) und ein nachgestellter Ladungsverlust im Abstellgleis 5 schmücken das Gleisbett ein wenig bunter. Ungünstigerweise perlt der Kunstsand von IKEA derart ab, dass die Szene noch nicht ganz perfekt ist. Beim nächsten Staubsaugereinsatz würde nur noch die Hülle mit Löchern übrig bleiben… – da muss ich nochmal ran.

Ladungsverlust im Gleis 5! Leider nicht so festgeleimt wie erhofft

kabelsalat?

Die Gleise liegen. Bombenfest. Es wird also Zeit, sich langsam mit dem
Thema „Steuerung“ auseinanderzusetzen. Grundlage dafür soll vorerst die
Nutzung von Standard-LGB-Komponenten sein. Sowohl als Schaltelemente wie
auch als Digitalkomponenten.
Aktuell wird die Anlage mit einem Trafo 50110 und der Digitalzentrale III
(55006p) versorgt. Als Handapparat habe ich mir den DIMAX Navigator zugelegt,
der langfristig zusammen mit einer Massoth-Zentrale eingesetzt werden soll.
Die Weichen werden mittels normaler EPL-Weichenantriebe und entsprechenden
Weichendecodern (55025) von LGB gestellt. Die Gleisfreimeldung
(Belegtanzeige) soll zum einen mittels eines LGB-Belegtbausteins (55070)
und zum anderen mit selbst zusammengelöteten Gleisbesetztmeldern (GBM-1 von
TAMS Elektronik) in Verbindung mit dem LGB-Rückmeldemodul (55070) erfolgen. Die
Fahrzeuge sind bisher nur teilweise digitalisiert. Aktuell sind zwei
digitale Loks (LGB-Onboard-Decoder) und drei analoge Fahrzeuge verfügbar.
Diese sollen langfristig mit Sounddecodern von Massoth nachgerüstet werden
- da kommt noch einiges auf mich zu…
Vordergründig steht jedoch zunächst die Anschaffung eines PC-Interfaces an.
Dann wird sich zeigen, inwieweit der Traum einer eigenen Steuerung
überhaupt realisierbar ist.
Leider ist die günstige Beschaffung von LGB-Komponenten etwas mühselig und
zeitaufwändig, sodass ich zwischendrin genügend Zeit haben werde, die
Verkabelung nicht nur auf, sondern auch unter dem Tisch sauber
abzuschließen bzw. überhaupt vorzubereiten.

So geschehen am vergangenen Wochenende: Der erste GBM-1 ist in einer Kunststoffbox verschwunden und die allgemein unbefriedigende Kabelsituation etwas entwirrt worden. Auf dem Tisch dagegen geben die Meldedrähte ein sehr zufriedenstellendes Bild ab.

Die sortierte Verkabelung und der Gleisbelegtmelder im Gehäuse  Zusatzschalterverkabelung orange

 

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Lei M – ein starkes Zeug

Die „Landschaftsgestaltung“ kann beginnen. Viel gibt es da scheinbar nicht
zu tun – Dachte ich jedenfalls. Zum Fixieren und Gestalten des Oberbaus
wollte ich die in unzähligen Foren erwähnte
„Wasser-Leim-Spüli-Gemisch-Methode“ erstmals selbst ausprobieren. Dabei war
es nicht nur das verlockende Angebot, die Anlage bequem mit dem Staubsauer
reinigen zu können. Es ging auch darum, die Gleise zu fixieren und dabei
gleich in dunkler Farbe zu gestalten. In folgender Variante kam die
Einklebetechnik bei mir dabei zum Einsatz:
Zunächst habe ich unterhalb der Gleise überall eine Folie untergelegt
(Frischhaltefolie, später auch Verpackungsmaterial), um bei einem späteren
Umbau oder Gleiswechsel problemlos das gesamte Gleisbett aus dem
Schreibtischrahmen heben zu können. Nach einigen Probe-Einschotterungen außerhalb
des Tisches legte ich außerdem Papier auf die Folie, um gerade im Bereich
der Schwellenbänder die bessere Ausbildung einer festen „Bodenplatte“ zu
erreichen. Andernfalls kann es leicht vorkommen, dass sich der Schotter in
einem Schwellenfach zwischen den Gleisen löst und herausbricht.

nun ist der Gleisbereich bereit, eingeschottert zu werden

Dann habe ich schließlich die erste Portion angerührt: Wasserlöslichen Holzleim,
kakaobraune Abtönfarbe, etwas mehr Wasser und zwei Tropfen Spüli. Das
Gemisch habe ich lange umgerührt und dann in eine alte Leimflasche gefüllt.
Tropfen für Tropfen habe ich dann den eingeschotterten Gleisbereich mit
Farbe-Wasser-Leim-Gemisch eingefärbt. Eine sehr zeitraubende Arbeit. Das Ergebnis motiviert allerdings schnell zum Weiterbau.

…Material und Vorbereitung…

Aquariumkies in mittlerer Körung - mein Schotter  das \"Mischbrett\"

…Materialeintrag…

Eintrag des Klebers mit Farbe - die Steine werden fixiert links im Bild der bereits getrocknete Abschnitt, rechts der frisch eingeträufelte

Und damit willkommen zurück in der Gegenwart. Heute Abend habe ich das vorletzte Baulos „einschottern“ hinter mich gebracht. Ab jetzt stehen nur noch 60cm feste Schotterung und 90cm lose Schüttung bevor. Dann ist der Bereich des Schreibtisches fertig. Die zwei Meter Gleis auf dem Regal an der Wand bleiben zunächst trocken.

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völlig isoliert

Nächster Schritt für die Einsatzbereitschaft der kleinen Großbahn war dann
die Verkabelung der Schienen. Schienen verkabeln? – Ja. Denn die Anlage
wird in insgesamt 14 einzelne „Stromkreise“ aufgeteilt. Das ganze Verfahren
hat folgenden Hintergrund: Die Steuerung, welche eines Tages diese Anlage
beherrschen soll, möchte ich mögichst realitätsnah gestalten. Und aus
diesem Grund ist es erforderlich, dass jeder Gleisabschnitt wie bei der
echten Eisenbahn einzeln „isoliert“ wird. Gleisfreimeldeanlagen, die im
Modellbahnbereich als Gleisbesetztmelder bezeichnet werden zeigen dann die
Besetzung eines jeden Abschnittes durch ein Fahrzeug an und geben der Technik damit wichtige
Rückmeldungen über die Fahrzeugbewegungen im Bahnhof. So mussten also viele
Gleisverbinder durch die klobigen Isolierverbinder ersetzt werden. Aus
folgendem Gleisplan wird ersichtlich, wie die Isolierungen angeordnet sind.

Gleisplan mit Trennstellenübersicht

Jeder Gleisabschnitt benötigt dann natürlich auch seine eigene
Stromeinspeisung. Dabei habe ich mich der bewährten Schienenverschraubung
bedient, wie sie auf meiner Homepage bereits vorgestellt wurde (lesen). In diesem
Zuge wurden auch sämtliche anderen Schienenverbindungen verschraubt – so
ist der elektrische Kontakt überall sichergestellt.

Sichere, elektrische Gleisverbindung

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holzeisenbahn

Schön, dass der Gleisplan zur Nutzung eines großen Schreibtisches für Modellbahnzwecke so schnell fertig war. Blieb also nur noch zu erörtern, wie man den Schreibtisch auch zum normalen Gebrauch gestalten kann. Zunächst überlegte ich, Aluminiumprofile in entsprechenden Nuten als Schienen direkt in der Tischoberfläche zu versenken. Die Erstellung von Weichen sowie die dauerhaft vorhandenen Nuten in der Arbeitsfläche für die Radreifen bewogen mich jedoch zur Entwicklung neuer Ideen.  Die Alternative sah nun die Nutzung von LGB-Standardgleismaterial vor, welches in entsprechenden Trögen verschwinden sollte, und von einer Glas- oder Plexiglasscheibe abgedeckt würde. Relativ schnell zeigte sich, dass diese Variante die bessere ist und so wurden die Planungen konkretisiert:

Gerüst der gesamten Konstruktion sollten zwei Standardrohrgestelle zur Aufnahme der zwei Tischplatten sein. Letztere wiederum entpuppten sich bei der Realisierung schnell zum Kern der Arbeit: Zunächst wurden die beiden Grundplatten aus 8mm starken Spanplatten zusammengelegt und das inzwischen erworbene Gleismaterial darauf ausgerichtet und fixiert. In unzähligen Probefahrten mit verschiedenen Fahrzeugen wurden dann die Linien des benötigten Lichtraumprofils aufgezeichnet. Jeder Millimeter zählt. Denn überall, wo die Platte vom Profil von Fahrzeugen benötigt wird, kann keine massiv auftragende Platte von 28mm Stärke aufgebracht werden. Es ging also nicht nur um das Aussehen, sondern vielmehr auch um die Stabilität. Die so erlangten Muster wurden auf Papier übertragen und auf die Leimholzplatten aufgeklebt. In filigraner, stundenlanger Säge- und Schleifarbeit wurden alle 10 Einzelplatten passend und ansehnlich gemacht. Die Innenseiten zum Gleisbereich wurden dann mit einem 8mm tiefen und ca. 3,5mm breiten Fals versehen – zur Aufnahme der später einzulegenden Plexiglasscheiben. Schließlich wurde alles auf der Grundplatte fixiert und mit einer 1cm starken Rahmenleiste umleimt. Die innenliegende Stapelarbeit wurde damit verdeckt und die gesamte Konstruktion wirkte schon sehr sauber. Das Wochenende, welches mein Vater und ich schon durchgängig dem Tisch gewidmet hatten neigte sich schon langsam dem Ende entgegen, als wir die 9 Plexiglasscheiben endlich sauber zugeschnitten und entgratet hatten. Der Tisch lag mit Gleisen und Abdeckplatten fast fertig vor uns. Doch das Ziel war noch nicht erreicht: Vorgesehen war auch noch der Transport aus der Werkstatt in der alten Heimat nach Hannover. Dort angekommen, war es eine eher einfache Übung, die Bauteile zusammenzusetzen und die passend gefertigten Regale an der Wand zu befestigen. Während alle anderen sich schon beim Tatort entspannten musste für mich noch ein wesentlicher Punkt abgearbeitet werden: Die Verlegung der Gleise.

Hier also die ersten Bilder des frischen Tisches.

Holzeisenbahn für Fortgeschrittene