Schön, dass der Gleisplan zur Nutzung eines großen Schreibtisches für Modellbahnzwecke so schnell fertig war. Blieb also nur noch zu erörtern, wie man den Schreibtisch auch zum normalen Gebrauch gestalten kann. Zunächst überlegte ich, Aluminiumprofile in entsprechenden Nuten als Schienen direkt in der Tischoberfläche zu versenken. Die Erstellung von Weichen sowie die dauerhaft vorhandenen Nuten in der Arbeitsfläche für die Radreifen bewogen mich jedoch zur Entwicklung neuer Ideen. Die Alternative sah nun die Nutzung von LGB-Standardgleismaterial vor, welches in entsprechenden Trögen verschwinden sollte, und von einer Glas- oder Plexiglasscheibe abgedeckt würde. Relativ schnell zeigte sich, dass diese Variante die bessere ist und so wurden die Planungen konkretisiert:
Gerüst der gesamten Konstruktion sollten zwei Standardrohrgestelle zur Aufnahme der zwei Tischplatten sein. Letztere wiederum entpuppten sich bei der Realisierung schnell zum Kern der Arbeit: Zunächst wurden die beiden Grundplatten aus 8mm starken Spanplatten zusammengelegt und das inzwischen erworbene Gleismaterial darauf ausgerichtet und fixiert. In unzähligen Probefahrten mit verschiedenen Fahrzeugen wurden dann die Linien des benötigten Lichtraumprofils aufgezeichnet. Jeder Millimeter zählt. Denn überall, wo die Platte vom Profil von Fahrzeugen benötigt wird, kann keine massiv auftragende Platte von 28mm Stärke aufgebracht werden. Es ging also nicht nur um das Aussehen, sondern vielmehr auch um die Stabilität. Die so erlangten Muster wurden auf Papier übertragen und auf die Leimholzplatten aufgeklebt. In filigraner, stundenlanger Säge- und Schleifarbeit wurden alle 10 Einzelplatten passend und ansehnlich gemacht. Die Innenseiten zum Gleisbereich wurden dann mit einem 8mm tiefen und ca. 3,5mm breiten Fals versehen – zur Aufnahme der später einzulegenden Plexiglasscheiben. Schließlich wurde alles auf der Grundplatte fixiert und mit einer 1cm starken Rahmenleiste umleimt. Die innenliegende Stapelarbeit wurde damit verdeckt und die gesamte Konstruktion wirkte schon sehr sauber. Das Wochenende, welches mein Vater und ich schon durchgängig dem Tisch gewidmet hatten neigte sich schon langsam dem Ende entgegen, als wir die 9 Plexiglasscheiben endlich sauber zugeschnitten und entgratet hatten. Der Tisch lag mit Gleisen und Abdeckplatten fast fertig vor uns. Doch das Ziel war noch nicht erreicht: Vorgesehen war auch noch der Transport aus der Werkstatt in der alten Heimat nach Hannover. Dort angekommen, war es eine eher einfache Übung, die Bauteile zusammenzusetzen und die passend gefertigten Regale an der Wand zu befestigen. Während alle anderen sich schon beim Tatort entspannten musste für mich noch ein wesentlicher Punkt abgearbeitet werden: Die Verlegung der Gleise.
Hier also die ersten Bilder des frischen Tisches.


