Bogen geschlagen – Technik versagt

Es könnte so ein schöner Blogbeitrag sein, heute Abend.

Leider aber hat man nicht immer Glück und so gibt es heute eine gute und eine schlechte Nachricht.

Die Gute zunächst:

Das Regal ist nun fest an den Tisch angebunden. In der vergangenen Woche konnte das noch fehlende Verbindungselement aus Holz, welches den Tisch mit dem Regal verbindet, in Betrieb genommen werden. Vorsichtig habe ich zunächst den verklebten Schotter an der Verbindungsstelle (Aquariumkies) aufgebrochen und dann die umlaufende Schreibtischkante entsprechend dem Lichtraumprofil der Fahrzeuge zurechtgeschnitzt (abgeflacht). Damit konnten die Gleise erstmals genau angezeichnet werden und anschließend mit dem Dremel auf die notwendige Länge gekürzt werden. Das Abendprogramm bildete nach Gleismontage dann das Zurechtsägen der zwei Regalbretter, um eine aus zwei geraden Abschnitten gebildete Kurve zusammenzubauen. Schnell waren die Bretter verbunden und an Regal und Tisch geschraubt. Fertig.

Nun die schlechte Nachricht:

Heute ging es dann mit dem Verschrauben der Gleise weiter. Zunächst wollte ich darauf verzichten, stellte aber nach kurzem Testen fest, dass das Gleismaterial aus den langen Jahren im Garten zu sehr oxydiert ist und keinen ausreichenden Kontakt bietet. Hier hat das LGB-Gleissystem echte Schwächen – zumindest was die Messinggleisvariante angeht. Einige mir inzwischen auf den Tisch gekommene Massoth-Gleisverbinder haben mich daher technisch sofort überzeugt, schrecken mit dem Preis hingegen ordentlich ab. Nun, Löcher mit Gewinde in den Schienenprofilen waren weitgehend vorhanden und die bereits beschriebene Kabel-Schrauben-Verbindung bald realisiert. Alle Gleise waren also verbunden und der Testbetrieb konnte beginnen.

Die Ergebnisse waren erwartungsgemäß gut, der Trecker (Tm 2/2 Nr. 25 der RhB) schnurrte bei erster Fahrstufe vorsichtig über die Gleise. Dann geschah Folgendes: Auf einer Weiche gab es einen Ruck in der Fahrt, der Trecker wackelte, dann knackte es und schon war alles aus. Plötzlich fehlte das nervige Digitalkriselgerausch, dass meine Stereo-Anlage leider immer wiedergibt (warum auch immer), das Licht aller Fahrzeuge war aus, das Display der Zentrale dunkel und  – und da wurde es mir komisch – der Versorgungstrafo war aus. Normalerweise spricht bei einem Kurzschluss am Gleis – von dem ich hier ausgehe – die Automatik der Zentrale an, zählt 0,4 Sekunden (Voreinstellung) und schaltet dann den Fahrstrom ab. Heute hatte diese Funktion offensichtlich frei. Stattdessen reagierte die Sicherung des Versorgungstrafos und schaltete alles ab. Ich wunderte mich, schob den Trecker vom Weichenherz, schaute noch mal nach einer eventuellen Entgleisung, stellte nichts fest und legte daraufhin den Schalter des Trafos wieder um. Klick. Der kam mir sofort wieder entgegen. Der Trafo sprang an und die Sicherung löste sofort wiedr aus. Eine kurze Testreihe folgte: Zunächst trennte ich die Anlage (Gleisanschluss) von der Zentrale in der Annahme, es läge doch noch ein Kurzschluss darin vor. Klick. Der Schalter kam wieder zurück. Jetzt trennte ich alle Verbindungen von und zur Zentrale bis auf die Stromversorgung vom Trafo. Klick. Die Sicherung sprach abermals an. Nach einer halben Stunde abkühlen das gleiche Bild. Es ist zum Mäuse melken.

So kam es nun, dass das Projektziel „Adapterschaltung GBM-1 > Massoth-Rückmelder 8170001″, welches eigentlich noch für heute angedacht war nicht erreicht wurde.  Stattdessen hat Herr Ting eine Mail erhalten und ich hoffe auf baldige Rückmeldung und Anweisungen zur Reparatur. Sehr ärgerlich!

Das Bild bei knalliger Mittagssonne entstand bereits nach dem Störungseintritt.

Zwei einfache Bretter bilden die Brücke

Zwei einfache Bretter bilden die Brücke

gibt’s nur bei der Modellbahn: „Probeverlegen“

Der Gleisbestand wächst, und so konnten bei schönem Wetter erste „Probelegungen“ erfolgen, um die zu erwartende Dimension der Anlage im Garten besser abschätzen zu können. Ich habe mich dabei auf die beiden im ersten und zweiten Projektteil anzugehenden Punkte „Tümpel“ und „Fußweg“ sowie deren Verbindung beschränkt. Dennoch wird auch dabei schon das Ausmaß der zukünftigen Strecke erkennbar. Die Bögen werden vornehmlich im R5, in einigen Bereichen auch mit R3 geführt. Die Gerade zwischen Fußweg und Tümpel kann mit 5,4m Länge schon einen ordentlichen Zug aufnehmen. Ich konnte das Gleismaterial mit einem gewissen Lächeln wieder verpacken – das wird großartig!

LGB im Garten - Probeverlegung am Tümpel

LGB im Garten - Probeverlegung am Tümpel

 

LGB im Garten Probeverlegung am Fußweg

LGB im Garten Probeverlegung am Fußweg

andere würden es Regalach nennen

 

 Das Regal steht! Zwar müssen die Böden zwecks Lackierung noch einmal herausgenommen werden, aber zwischenzeitlich bietet sich bereits die Möglichkeit zur probeweisen Gleisverlegung. Nun ist endlich klar, welche Anlagen dieser Bereich erhalten wird. Eine kleine Umlaufmöglichkeit sowie drei Abstellgleise werden eingerichtet. Alle recht kurz, aber zusammen deutlich mehr als auf dem bisher an den Schreibtisch anschließenden Regal. Somit ergibt sich folgender Lageplan: 

 Erweiterter Gleisplan mit Regal

In der Probeverlegung kann man auch den noch in Angriff zu nehmenden Anschluss an den Schreibtisch erkennen. Dem Regal wird in nach den Lackierarbeiten noch ein weiterer Boden direkt über der Bahn-Ebene hinzugefügt, sodass voraussichtlich nur die vorn stehenden Fahrzeuge zu sehen sein werden. Der Boden unter der Bahnebene ist als weitere Eisenbahnabstellfläche nutzbar.

 Regal mit Bahn 

Übergangsbereich Tisch-Regal

 Nun müssen die Gleise noch gereinigt, verschraubt und angeschlossen werden. Eine Ausrüstung mit elektrischen Weichenantrieben könnte mit vorhandenem LGB-Material hergestellt werden. Gleisfreimeldung ist nicht vorgesehen.

 

Erweiterter Gleisplan mit Regal