Putzlok schleift oder Mensch poliert?

In einem der früheren Beiträge habe ich meine umgebaute Schienenreinigungslok vorgestellt. Die Lok ist nun seit zwei Jahren im Einsatz und hat schon einen Satz neuer Schleifräder bekommen. Immer wenn nach längerer Pause wieder ein Fahrtag ansteht, dann fährt das Gespann die Schleiftour. Da aber gerade in Frühling und Herbst auch vom einen auf den anderen Tag schon erste Kontaktprobleme an einzelnen Stellen auftreten habe ich mich nach einem einfachen Schleifer umgesehen. Dabei stieß ich auf die Reinigungsgeräte vom „Schienenreiniger“. Das Konzept der Reinigung statt dem Materialabtrag beim Schleifen gefiel mir auf Anhieb, das solide wirkende Gerät war mir ehrlicherweise etwas kostspielig für den ersten Versuch.

Ich habe mir also mal eine Grundausstattung beim Schienenreiniger bestellt und mir das Teleskopputzgerät aus einem günstigen Bodenwischer selbst hergestellt.

Im Zwischenfazit kann ich sagen, dass es eine ausgewogene Mischung zwischen grundsätzlichem Schleifen nach Betriebspausen und schonender Reinigung dazwischen braucht. Wenn im Automatikbetrieb eine Lok zu stottern beginnt kann man mit dem bequemen Teleskopreiniger und ein paar Tropfen Reinigungsmittel jedenfalls ohne Unterbrechung schnell Abhilfe schaffen.

Teleskopschienenreinigungsgerät für die Gartenbahn im Einsatz

Teleskopschienenreinigungsgerät für die Gartenbahn im Einsatz

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Saisonstart?

Die letzten Tage war es wirklich kalt. Und praktischerweise wurde für den heutigen Sonntag und dritten Advent Schnee angesagt. Schön, wenn sich Freizeit und Wunschwetter treffen..

Schnell noch einmal „schleifen lassen“, dann sind wir bereit für Fahrbetrieb!

Da es schon zu schneien begonnen hatte musste ich danach noch einmal mühsam gebückt sämtliche Schienenköpfe mit einem Tuch sauberwischen.

Dann konnte es aber losgehen und der Glacier Express drehte seine Runden.

Leider nur ein Hauch, aber ein gut gelaufener Start macht Hoffnung auf mehr!

Am halbseitigen Bärentritt

Am halbseitigen Bärentritt

RhB 641 mit Glacier Express

RhB 641 mit Glacier Express

Mein erster Kabelschrank

In der ersten Ausbaustufe des Bahnhofs im Garten mussten dort bereits eine Menge Weichendecoder, Gleisbesetztmelder und Rückmelder untergebracht werden. Aus Büchern und dem Internet kennt man dazu unterschiedliche Ansätze wie Modellhäuser, Holzkisten und Ähnliches. Ich wählte für mich einen wetterfesten Schaltschrank aus dem Elektrobereich, den ich im Bahnhofsbereich sehr ergonomisch rückseitig in die Hecke auf perfekte Arbeitshöhe montieren konnte und somit die entspannteste Verkabelung aller Zeiten erleben durfte. Im Inneren des Kabelschrankes sind noch zwei Porensteine eingesetzt, die das Klima in der Kiste regeln sollen, damit auch nach einer kalten Nacht im Sommer kein Kondenswasser entsteht.

Um möglichst viele Komponenten in der Kiste unterbringen zu können habe ich mich für eine pragmatische „Klappplattenlösung“ entschieden: Die Komponentengruppen montierte ich auf Holzplatten, die in zwei Zahnstangen links und rechts hintereinander in die Kiste gestellt werden. Untendrunter ist ausreichend Platz für die Kabel, die auf der letzten Ebene der Kiste (ganz hinten drin) aufgelegt sind.

So konnte ich die Komponenten in Ruhe untereinander verdrahten (insbesondere zwischen Belegt- und Rückmeldern immer aufwändig), programmieren und dann einsetzen. Ein in Summe sehr angenehmes Vefahren.

Der Schaltkasten für die LGB-Gartenbahn enthält innen Rasterplatten zur Aufnahme der Massoth-DIMAX-Komponenten

Der Schaltkasten für die LGB-Gartenbahn enthält innen Rasterplatten zur Aufnahme der Massoth-DIMAX-Komponenten

Der montierte Kabelschrank für die Gartenbahn hängt in einer Hecke - Die heraushängenden Zugdrähte und Kabel sind noch nicht alle

Der montierte Kabelschrank für die Gartenbahn hängt in einer Hecke – Die heraushängenden Zugdrähte und Kabel sind noch nicht alle

Laaaanger Hundeknochen

Die Pläne für die Gartenbahn sind ja stets groß und haben üblicherweise auch kein wirkliches Ende. Also wird es Zeit für die nächste Ausbaustufe. Die provisorische Wendeschleife im Gemüsebeet soll weiterwandern auf den Rasen und im Bereich der gewonnenen Strecke endlich der erste Bahnhof im Garten entstehen. Los geht’s!

Während die Streckenverlängerung an sich nur wegen eines weiteren, zu kreuzenden Gartenweges im Familienrat zu beraten war, stellte der Bahnhof für mich selbst die größere Herausforderung dar: Die Grundstruktur für einen späteren Zielzustand und die beschränkenden Maße waren auch bekannt, aber die zunächst zu wählende Größe der Gleisanlagen ohne spätere Grundveränderungen musste gut überlegt werden. Dazu ebenfalls die Anlage der Kabeltrassen im Untergrund und die Dimensionen der Betonplatten. Ich wählte schließlich eine Variante mit Herstellung nahezu der gesamten Betonplattentrasse bis auf den Abschluss an dem Bahnhofskopf, an dem im Zielzustand zwei bis drei Streckengleise sortiert werden wollen. Diesen Bereich habe ich nun mit groß dimensionierten Rohrleitungen „offen“ gelassen und dort die provisorische Wendeschleife wieder angebaut. Von den geplanten vier durchgehenden Gleisen habe ich zunächst nur zwei realisiert.

Technisch erfolgte die Erweiterung in der gleichen Bauweise wie bereits in diesem Blog beschrieben: HT-Rohre mit ausreichend Auslässen als Kabellehrrohre, Trasse aus breiten Rasenkantensteinen und Betonplatten (wo erforderlich auf untergesetzte Betonsteine geklebt). Gleismaterial von LGB und TL45 im Streckengleis mind. R5, großteils gebohrt und verschraubt, sonst mit Massoth-Schraubverbindern.

So war das alles eigentlich kein Hexenwerk, bis auf den nicht unerheblichen Zeitaufwand, den die Ausbaustufe von Planung über Erdarbeiten, Gleisbau, Verkabelung, Programmierung und Inbetriebnahme wie üblich erforderte. Wie schön, dass ich mich wieder auf die Unterstützung meiner Gelegenheitsgartenbahnbaukumpels verlassen konnte! Vielen Dank dafür nochmal!

Zu bemerken ist lediglich noch die Verbindung vom Hauptversorgungsbereich (Stromversorgung und DIMAX-Bus) zur neuen Außenstelle im Garten. Die Digitalspannung habe ich mit 1,5m² Kupferlitze herausgeführt, und die Busverlängerung läuft über ein 25m Telefonkabel. Ersteres hängt aktuell in den Bäumen, weil es im ersten Anlauf beim Einziehen in die Röhre gleich innen gerissen ist. Wie ich versuchte die Gartenverteilung – die leider auch bei digitaler Steuerung nicht unerheblich ist – im Zaum zu halten zeige ich im nächsten Bericht. Zunächst also eine Erweiterung ohne Booster.

Hier die Bilddoku:

Am Anfang: Kabeltiefbau vom Haus zum Gartenbahnhof

Am Anfang: Kabeltiefbau vom Haus zum Gartenbahnhof

Für die LGB-Trasse werden untendrunter zunächst alle erforderlichen Rohre verlegt

Für die LGB-Trasse werden untendrunter zunächst alle erforderlichen Rohre verlegt

Die LGB-Trasse entsteht aus alten Waschbetonplatten (kopfüber), die in Erde oder auf Lagersteine geklebt verlegt werden

Die LGB-Trasse entsteht aus alten Waschbetonplatten (kopfüber), die in Erde oder auf Lagersteine geklebt verlegt werden

Das Plateau für den RhB Bahnhof ist nahezu fertig

Das Plateau für den RhB Bahnhof ist nahezu fertig

Die Wendeschleife des Hundeknochens ist gute 10m weitergewandert und wird nun mittelprovisorisch für vsl mehrere Jahre aufgebaut

Die Wendeschleife des Hundeknochens ist gute 10m weitergewandert und wird nun mittelprovisorisch für vsl mehrere Jahre aufgebaut

Die LGB-Gleise liegen, sind schnurgerade ausgerichtet und festgeschraubt, jetzt werden alle Kabel angeschlossen

Die LGB-Gleise liegen, sind schnurgerade ausgerichtet und festgeschraubt, jetzt werden alle Kabel angeschlossen

Jetzt sind auch die Schotterfänge zur Terasse hin angebracht und endlich kann eingeschottert werden

Jetzt sind auch die Schotterfänge zur Terasse hin angebracht und endlich kann eingeschottert werden

Für die angenehme Abkühlung nach getaner Arbeit

Mit der Gartenbahn kann man echte Lasten transportieren. Wie fein! Und wenn sich der Betriebstag dem Ende neigt und man gemütlich im Gartenstuhl sitzt genießt man doch gern ein bahngeliefertes, kühles Bier. Mit ein paar wenigen Handgriffen lässt sich das schnell realisieren:

Basis sind bestenfalls Flachbordwagen – kurze für eine, lange für zwei Flaschen.

Zu einem Rahmen schlicht aufeinander geleimte Holzleisten von max. 2x2cm, unten quer passig im Wagenkasten und oben im Abstand zueinander, dass die gewünschte Flasche von 0,33l oder 0,5l oder auch beide jeweils mittig, profiltreu und betriebssicher eingelegt werden kann ist schon alles. Der Schwerpunkt der Flasche/n sollte dabei nicht zu hoch liegen, damit das Fahrzeug nicht zu wanken beginnt. Leimt man mit Expressleim oder schraubt man die Konstruktion gar, ist das Gestell sofort einsatzbereit.

Guten Schluck!

Zu beachten ist noch, dass so ein, zwei Bierflaschen mit Füllung keine unerhebliche Last für die kleine Eisenbahn darstellen. Wie gut, dass der Weg vom Kühlschrank zum Genießer bei mir fast nur bergab führt 🙂

Bierflaschenhalterung für die LGB

Bierflaschenhalterung für die LGB

Bier wird mit der LGB geliefert

Bier wird mit der LGB geliefert

Neulich beim Betriebsbeginn

Garteneisenbahnen sind echter Witterung ausgesetzt. So ist der Betriebsbeginn immer auch mit Begang und Kontrolle der Strecke verbunden. Ebendies habe ich kürzlich wohl mal zu ungenau erledigt.

Der erste Zug fuhr los und kam nicht an. Kein Kurzschluss, kein Gerumpel, kein Geschrei. Erst nach einigem Suchen fand ich Zug und dann auch Grund für die Entgleisung. Ein Kirschkern lag auf dem Bahnübergang in einer Spurrille. Der talwärts fahrende Zug fuhr drüber, entgleiste mit der Lok und fuhr schlicht geradeaus auf die Pflastersteine, wo er spurstabil gebremst wurde und zum stehen kam. Keine Schäden, kein Drama. Ein wirklich ungewöhnlicher Zwischenfall.

LGB-Zug entgleist auf Kirsche

LGB-Zug entgleist auf Kirsche

Vorbereiten, warten, hoffen

Man sagt ja, dass die Gartenbahn in der kalten Jahreszeit Winterpause macht. Im Grunde stimmt das auch. Wenn die Blätter fallen und es draußen ungemütlich wird, sollte man die Jahresprojekte abgeschlossen oder winterfest gemacht haben. Ab jetzt stehen Umbauten, Fahrzeugpflege und andere Arbeiten auf dem Plan.

Wer genau hinsieht, kann aber feststellen, dass trotz Laub und Ästen im Garten die Gartenbahntrasse stets aufgeräumt ist..

Warum? Na klar, um sich bei Winterwetter spontan ins Spezialvergnügen „Gartenbahn im Schnee“ zu stürzen!

Dazu muss man auch beizeiten schonmal schleifen, damit die Gleisanlage nutzbar ist, wenn es gilt.

LGB 20670 als RhB-Schleifzug beim nächtlichen Einsatz

Fortwährend betrachtet man dann den Wetterbericht und hofft auf ein paar Flocken mit richtiger Temperatur bestenfalls Freitag oder Samstag Nacht.

Viel Glück!

Wenn es dann soweit kommt kann ich von allzu viel Vorfreude nur abraten. Winterbetrieb funktioniert selten problemlos: Kontaktprobleme, Matschschnee, vereiste Schienenköpfe und Räder, Entgleisungen, kalte Finger.. die erste Runde ohne Hilfe von außen kostet manchmal ziemlich Nerven und ist öfters auch schlicht unmöglich.

Wenn es denn dann gelingt: genießen.